Borderline: 11 krasse Manipulationstechniken von Borderlinern, die man auch im Marketing anwenden kann

Trigger-Warnung: Folgende Inhalte können Empfindungen und Affekte bei Personen auslösen und/oder verstörend wirken.

Gerade in einer Borderline Beziehung, Freundschaften oder in der Familie wenden schwach- oder un-therapierte Borderliner gerne eine Reihe von wirksamen Manipulationstechniken an.

Kurz zur Erinnerung: Was bedeutet Borderline? Was ist ein Borderliner? Borderline steht für die Borderline Persönlichkeitsstörung. Dies ist eine ernste psychische Krankheit, an denen manche Menschen, auch Borderliner genannt, leiden. Es handelt sich nicht um eine kurzfristige Krankheit, wie eine Erkältung. Borderline muss meist über Jahre professionell behandelt werden.

Borderline Betroffene haben es sehr schwer, mit ihrer Umgebung angemessen zu kommunizieren. Sie wenden, oft unbewusst, Manipulationstechniken an, um ihre Mitmenschen stark an sich zu binden. Indem man diese Mechanismen bewusst in der Praxis beobachtet, kann man bereits besser mit den Borderlinern umgehen. Wenn der betroffene Borderliner nicht einsichtig ist und/oder keine Psychotherapie macht, muss dringend Abstand genommen werden.

1. Love-Bombing: Der Borderliner überschüttet andere Menschen, speziell den Partner und beste Freunde, mit vielen Liebesbekundungen. Dies geschieht auf eine Weise, die dazu führt, dass man sich wie im 7. Himmel fühlt. Beispiele: sehr viele Komplimente, Whatsapp-Nachrichten, Liebesbriefe, viele Umarmungen oder viele andere Handlungen, die uns schmeicheln. 

2. Symbiose: Der Borderliner stellt eine tiefe, innige Beziehung zu einem besten Freund oder Partner her. Betroffene Partner berichten oft, dass es sich so anfühlt, als sei man endlich im Leben angekommen. Oft ist auch die Rede davon, dass man endlich seinen Seelenpartner gefunden hätte, auf den man so lange gewartet hat.

3. Zuckerbrot-Peitsche: Der Borderliner belohnt und straft in schnellen Abständen von wenigen Stunden bis Tagen. Auf diese Weise schüchtert er seine Opfer ein und bindet sie so an sich. Die Strafen können in Form von Worten und Taten geschehen und der Borderliner spielt das nicht, sondern meint es völlig ernst. Aus diesem Grund wirkt es so beängstigend.

Man kann sich das Verhalten wie das Zuckerbrot-Peitsche-Prinzip vorstellen, das im 19. Jahrhundert die Sozialgesetzgebung von Reichskanzler Otto von Bismarck kritisch beschrieben hat. Das Zuckerbrot stand für die Bindung der Arbeiterschaft an die Aristokraten und die Peitsche hat die strengen Gesetzgebungen beschrieben, welche die Arbeiter unterdrückt haben.

Beispiele:

positive Worte: du heißer Stier, du bist so ein cooler Typ, mein starker Hase

negative Worte: Du siehst heute beschissen aus. Warum hast du schon wieder nicht dies oder das gemacht, du bist doch ein Idiot.

positive Taten: ständig Kuscheln und Umarmen; plötzlich den Drang haben, Geschlechtsverkehr zu wollen; im Beisein des Partners vor allen Freundinnen vom Partner schwärmen

negative Taten: irgendwelche Sachen verstecken oder kaputt machen; Gerüchte bei Freunden verbreiten; ganz schlimme Dinge: Ins Bett pinkeln oder mit einem anderen Mann schlafen

4. Selbst-Idealisierung: Der Borderliner tut alles dafür, sich selbst im besten Licht dar zu stellen, um Menschen an sich zu binden. Er kann zum Beispiel fremden Menschen sehr gut zeigen, dass er ihre Meinung teilt und sehr beliebt ist. Auch Dinge, die in der Gesellschaft gut ankommen, erfreuen sich einer besonderen Beliebtheit beim Borderliner.

5. Story-Telling: Borderliner können überdurchschnittlich emotional und interessant kommunizieren. Sie nutzen viele Adjektive, Übertreibungen und sprachliche Bilder.

Beispiele:

Normaler Mensch: Willst du, meine Freundinnen, ich habe jemand kennen gelernt, heute ist ein schöner Tag, hast du Angst, mein Partner sagt.

Borderliner: Magst du, meine Mäuse, jemand ist in mein Leben gestolpert, heute ist einer der schönsten Tage, fürchtest du dich, mein Schatzi sagt.

Das ist natürlich kein klares Anzeichen für einen Borderliner und kann auch auf andere Störungen oder auf Talente hindeuten. Weiterhin ist es auch völlig normal, wenn emotionale Sprache und Bertreibungen mal vorkommen. Wenn es jedoch ständig vorkommt, ist das schon sehr auffällig.

6. Übertreibung: Borderliner fühlen alles viel zu stark und deshalb fühlen sie oft nichts. So teilen sie auch oft ihre Umwelt in sehr Gut und sehr Böse. Im Marketing ist diese Taktik längst bekannt. Produkte (zb. Zahnbürsten) werden ins beste Licht gestellt und die Probleme, die diese Produkte lösen (zb. Zahnprobleme), werden als Bedrohung inszeniert. Auf diese Weise werden Menschen an die Produkte (hier der Borderliner) gebunden.

In der Praxis kann das Folgendermaßen aussehen: Jemand zeigt Interesse am Borderliner und der Borderliner verbreitet das Gerücht, dass dieser Jemand ein Stalker sei. Oder der Borderliner wird bei einer Meinungsverschiedenheit geschubst und schon lässt er es so aussehen, als hätte diese Jemand den Borderliner geschlagen oder vergewaltigt.

7. Schuldumkehr: Der Borderliner ist überzeugt davon, dass er an etwas, woran er offensichtlich Schuld hat, keine Schuld hat und gibt die Schuld an andere ab. Selbst, wenn es offensichtlich ist, dass der Borderliner Schuld hat, dreht er es so, als hätten andere die Schuld. Er weiß instinktiv, wann er das tun kann und tut es auch nur dann, wenn er diese Gewissheit hat.

8. Probleme-Umkehr: Der Borderliner wurde so stark getriggert, dass er seine eigenen Probleme auf andere Menschen/Menschengruppen überträgt. In der Welt des Borderliner hat plötzlich nicht mehr er selbst, sondern ein oder mehrere andere Menschen ein Problem. Er sucht also die Probleme nicht mehr bei sich selbst, sondern bei anderen Menschen, speziell bei den Menschen/Menschengruppen, die ihn getriggert haben.

9. Schlechtes Gewissen einreden: Der Borderliner trichtert uns unbewusst ein, dass wir Schuld an irgendwas (vielleicht sogar an seinen Problemen) hätten. Auf diese Weise entwickelt der Partner, Freund oder Familienangehörige ein schlechtes Gewissen - und wer ein schlechtes Gewissen hat, kann leichter manipuliert und für fremde Zwecke gewonnen werden.

10. Schuldzuweisung: Eine Manipulationstechnik, die wir gerade im Dirty-Marketing immer wieder beobachten können, sind unbewusste Schuldzuweisungen. Hierbei trichtert der Borderliner seinen Opfern ein, dass irgendjemand die Schuld hat und der Borderliner deshalb die beste Wahl (zb. für eine Beziehung) sei. Die Borderlinerin trichtert uns zum Beispiel unbewusst ein, dass alle anderen Frauen untreu seien und nur sie selbst treu sei.

11. Ich bin das Opfer: Borderliner sind Meister darin, sich als Opfer darzustellen. Menschen mit einem Helfersyndrom oder einem geringen Selbstbewusstsein (Menschen die nichts hinterfragen) fallen darauf schnell rein. Die Wahrheit ist, dass der Borderliner weder anderen Menschen, noch seiner Erkrankung die Schuld geben darf. Schuld sollte überhaupt keine Frage mehr sein. Wichtig ist, wer die Verantwortung übernimmt. Wenn der Borderliner die Schuld auf andere oder auf seine Krankheiten schiebt, gibt er seine Verantwortung, etwas zu verändern, auch ab. Das mag ihm vielleicht im Moment helfen, in der Zukunft wird er selbst und seine Mitmenschen jedoch zunehmend darunter leiden.