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Ursachen der Depressionen und depressiven Verstimmung

Neben einem genetisch veranlagtem Temperament gibt es viele weitere Ursachen und Auslöser für Depressionen. In der Wissenschaft geht man davon aus, dass 40% genetische Ursachen vorliegen. Neuste Forschungen zeigen jedoch, dass der Mensch dazu in der Lage ist, seine eigenen Gene zu beeinflussen. Das Forschungsgebiet, welches sich damit beschäftigt, ist die Epigenetik

Bevor wir darauf eingehen, ist es sicher sehr wichtig, sich mit den übrigen 60% Ursachen für Depressionen zu beschäftigen, mit denen wir sicher arbeiten können.

Meistens liegt nicht nur eine Ursache, sondern mehrere Ursachen vor, die ich jetzt vorstelle. Die Ursachen für Depressionen kann man grob unterteilen in psychosoziale (äußere) und neurobiologische (körperliche) Ursachen. Meist entsteht eine Depression durch das Zusammenspiel dieser Faktoren ab.

In sehr vielen Fällen gerät der Hirnstoffwechsel bei den Betroffenen außer Kontrolle. Unter anderem liegen dann die Botenstoffe Serotonin und/oder Noradrenalin nicht in der richtigen Menge vor, so wie auch bei einem Drogenentzug der Fall ist. Wenn diese Botenstoffe nicht in der richtigen Konzentration vorhanden sind, funktioniert die Kommunikation zwischen den Nervenzellen im Gehirn nicht richtig. Die Folge: Man fühlt sich extrem niedergeschlagen, hoffnungslos und depressiv - und das dauerhaft, also mindestens 3 Wochen lang. In diesem Fall fühlen sich Betroffene durch die Einnahme geeigneter Antidepressiva meist bereits in einigen Wochen bis Monaten wieder besser.

Zu diesen Depressionen zählen auch die Schwangerschaftsdepression und Depressionen, die durch körperliche Krankheiten und Behinderungen ausgelöst werden (somatogene Depression).

Die Ursache von Winterdepressionen hingegen ist meist fehlende Hormone, wie Melatonin oder Vitamin D Mangel.

Zu den weiteren Ursachen für Depressionen zählen äußere, psychosoziale Faktoren, wie Stress oder Mobbing am Arbeitsplatz, aber auch innere Vorgänge, an denen wir arbeiten können, wie unser Selbstwertgefühl. Gerade unser Selbstwertgefühl darf nicht unterschätzt werden, denn ist es zu schwach, sind es sich Betroffene nicht einmal wert, sich Hilfe zu holen.

Gerade belastende Lebensereignisse gehen bei einem Drittel aller Depressionspatienten hervor. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass auch die Reaktion auf (anhaltend) negative oder belastende äußere Umstände in der Gegenwart und Vergangenheit zu den Ursachen für Depressionen zählen müssen.

Beispiele für Umstände in der Gegenwart: Mobbing am Arbeitsplatz, destruktive Familienangehörige, der falsche Arbeitsplatz, das Vernachlässigen der eigenen Werte, Wünsche und Stärken, zu wenig Ausgleich vom Alltag, Stress oder der dramatische Tod eines Angehörigen.

Beispiele für Umstände aus der Vergangenheit: negative Erfahrungen in frühester Kindheit, wie Vernachlässigungen, Verletzungen (Traumata), Trennung der Eltern oder der Tod eines geliebten Menschen. Mobbing in der Grundschulzeit oder schlechte Kindheit durch destruktive Eltern.

In diesem Fall spricht man von reaktiven Depression.

Risikofaktor mangelndes Selbstwertgefühl

Auch ein schwaches Selbstwertgefühl kann zu den Folgen aber auch zu den Ursachen für eine Depression zählen. Dieses führt nämlich nicht selten zu starker Leistungsorientierung, hohes Verantwortungsbewusstsein und zu einer selbstkritischen, perfektionistischen Haltung. Betroffenen geht es dabei auch nicht primär um die Leistung, sondern wie sie bei anderen ankommen, was andere über sie denken.

Es führt außerdem dazu, dass wir uns nicht wohl in unserer Haut fühlen und nicht wirklich wissen, was wir eigentlich im Leben wollen. Auf Dauer führt dies zu einer langen Kette falscher Entscheidungen, die, in ihrer Folge, immer mehr in eine Sackgasse führt. In dieser Sackgasse entstehen dann zum Beispiel soziale Ängste, Depressionen und Essstörungen.

Das Selbstbewusstsein/Selbstwertgefühl wird sehr stark unterschätzt. Es führt nämlich auch dazu, dass wir die Erfüllung zuerst im Leben suchen und weniger in uns selbst. Da Gedanken und Gefühle die eigentliche Ursache für unsere Wahrnehmung und Verhalten sind, kann dies zu einer Reihe negativer Erfahrungen führen. Probleme in der Liebe, keine erfüllende berufliche Tätigkeit, Sinnsuche, Einsamkeit... usw. Wenn es speziell in diesen Bereichen Probleme gibt, steckt sehr oft ein mangelndes Selbstwertgefühl als Ursache dahinter.

Untergeordnete Ursachen für Depressionen

Depressive Verstimmungen können auch durch eine Reihe von Medikamenten ausgelöst werden. Dazu zählt zum Beispiel die Anti-Baby Pille oder Hormonpräparate.