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Kognitive Fähigkeiten: Wie wir mit unserer Umgebung interagieren und glücklicher werden

Jeder Mensch besitzt eine Vielzahl an kognitiver Fähigkeiten. Das Wort "kognitiv" kommt von dem lateinischen Wort: "cognoscere", was so viel, wie "erkennen" und "wahrnehmen" bedeutet.

Eine Kognition ist die Fähigkeit relevante Reize aus der Umwelt wahr zu nehmen und darauf mit Gedanken, Gefühle und Handlungen zu reagieren (Verarbeitung). Es ist die Schnittstelle zwischen Gehirn und Umgebung. Diese Interaktion läuft zum größten Teil unbewusst ab. Gibt es in diesem Prozess eine Störung können zum Beispiel Ängste und Depressive Verstimmungen entstehen. Auf der anderen Seite können wir sehr sehr viel im Leben erreichen, wenn wir lernen, unsere Kognitiven Fähigkeiten in Einklang mit Reizen aus der Umgebung zu bringen.

Kognitive Fähigkeiten sind zum Beispiel, Wissen, Wahrnehmung, unbewusste Gedanken (zb. Überzeugungen und Glaubenssätze aus der Kindheit, wie: "Ich bin nun einmal talentlos."), automatische Gedanken (extrem schnelle Reaktionen auf Reize aus der Umgebung, wie: "Davon gibt es schon zu viel."), Nachdenken, Abstraktion und so weiter. Also alles, was man braucht, um mit seiner Umwelt interagieren zu können.

Kognitive Fähigkeiten:

Wissen: Um eine Aufgabe oder ein Ziel zu erreichen benötigen wir das Wissen, diese Aufgabe lösen zu können. Wissen kann man sich durch externe Quellen aneignen. Je mehr Freude uns ein Thema macht (aus intrinsischer Motivation) und je mehr wir die kognitive Fähigkeit des Lernens ausgeprägt haben, desto leichter fällt es uns, Wissen in diesem Bereich anzueignen. Natürlich kann auch eine Aussicht auf schnelle Belohnung, wie Bestätigung durch anderen Menschen, dafür sorgen, dass wir uns Wissen schnell aneignen können.

Doch Achtung: Andere kognitiven Fähigkeiten können verhindern, dass wir relevantes Wissen in manchen Bereichen aufnehmen. Sie können zum Beispiel dazu führen, dass wir wichtiges Wissen in machen Bereichen ausblenden und verdrängen.

Lernen: Um sich Wissen, Fähigkeiten und Verhalten anzueignen, müssen wir lernen. Je mehr Freude uns ein Thema macht, desto leichter fällt es uns oft in diesem Bereich Dinge zu lernen.

Wahrnehmung: Die Wahrnehmung ist die bewusste Informationsaufnahme. Pro Sekunde nimmt das menschliche Gehirn Millionen von Eindrücke über Sinnesorgane, wie Augen oder Nase, wahr. Doch nur 7-9 gelangen davon in unser Bewusstsein und können weiter verarbeitet werden. Um neue Ergebnisse zu erzielen, ist es meistens nötig, neue Informationen aus der Umwelt über die eigene, bewusste Wahrnehmung aufzunehmen. Das stellt oft eine sehr große Herausforderung für uns Menschen dar.

Denken: Pro Tag denkt der durchschnittliche Mensch zwischen 60.000-80.000 Gedanken und die meisten sind ihm nicht bewusst. Die Wahrnehmung wird von diesen Gedanken jedoch massiv beeinflusst. Aus diesem Grund besteht ein sehr großer Teil einer Kognitiven Verhaltenstherapie daraus, schädliche Gedanken und Gedankenmuster zu erkennen und umzuwandeln. Das können unter anderem Glaubenssätze oder dysfunktionale Gedanken sein. Dieser Prozess kann einige Zeit, also Wochen bis Monate oder bis 3 Jahre andauern.

Aufmerksamkeit: Dies kann man als eine Art Vorstufe zur Wahrnehmung betrachten. Es ist die bewusste Tätigkeit, sich auf bestimmte Reize aus der Umwelt zu fokussieren.

Konzentration: Damit fokussiert man sich auf eine Tätigkeit oder bestimmte Gedanken oder innere Bilder. Auf diese Weise bilden sich langfristig neue, neuronale Netze, die es uns immer einfacher machen, diese Gedanken, Bilder und Tätigkeiten auszuführen.

Introspektion: Um sich selbst, die Welt und andere Menschen besser zu verstehen, ist es wichtig, sich selbst zu beobachten. Auf diese Weise beobachtet man nicht nur seine Gedanken und Gefühle, sondern auch das eigene Erleben und Verhalten. Zur Introspektion gehört auch die Selbsterfahrung, also das Beobachtete Verändern der eigenen Lebenswirklichkeit!

Fremdbeobachtung: Das Verhalten, aber auch die Gedanken und Gefühle anderer Menschen werden beobachtet. Zur Fremdbeobachtung gehört auch die Erfahrung und Beobachtung, wie sich die Lebenswirklichkeit anderer verändern kann.

Erkenntnis: Dadurch, dass man eine Zeit lang über ein Thema nachgedacht hat, kommt man zu neuen Erkenntnissen. Diese Erkenntnisse sind mit Denken und Wahrnehmung im Einklang.

Schlussfolgerung: Hier werden Konsequenzen aus gegebenen Umständen/Menschen und Gedanken, Beobachtungsinformationen, Wissen und Wahrnehmung gezogen.  

Abstraktion: Allgemeine Eigenschaften werden mit Erlebtem und Situationen verbunden.

Kreativität: Dies ist die kognitive Fähigkeit, neue, originelle aber auch nützliche/brauchbare Dinge zu erschaffen. Oft wird dazu folgende Eigenschaften benötigt: Erfindergeist, Fantasiefähigkeit, Vorstellungskraft, die Fähigkeit mehrere Themengebiete miteinander verknüpfen zu können, analoges Denken und Toleranz gegenüber neuen Ideen. Kreativität muss nichts mit Kunst oder Musik zutun haben.

Handlungen: Ausdruck verschaffen sich kognitive Fähigkeiten oft in Verhaltensweisen und Handlungen. Wer also zum Beispiel denkt, dass er nicht liebenswert sei, wird seine Wahrnehmung in diese Richtung lenken und sich auch dementsprechend verhalten.

Um Ziele zu erreichen ist es manchmal notwendig, bestimmte Kognitive Fähigkeiten, stärker auszuprägen. Kognitive Fähigkeiten lassen sich auch stärken, indem man sie einfach öfter ausführt. Um jedoch wirklich glücklich im Leben zu werden, ist es ratsam, sich auf die Kognitiven Fähigkeiten zu fokussieren, die uns naturgegeben sind. Die einen können eben sehr gut lernen, die anderen sind kreativ und wiederum andere Menschen können sich selbst/und andere sehr gut beobachten.

Kognitive Dissonanz ist ein Konzept aus der Sozialpsychologie. Dieses besagt, dass ein negatives Gefühl entsteht, wenn 2 oder mehrere Kognitive Fähigkeiten im Widerspruch zueinander stehen. Also zum Beispiel 2 (unbewusste) Gedanken oder Wissen und (unbewusste) Gedanken. 

Zum Beispiel: Man denkt unbewusst, dass für ein Stück Fleisch ein Tier sterben muss, weiß aber, dass bereits die Urmenschen Tiere getötet haben und, dass die Tiere vor ihrer Hinrichtung betäubt werden. In diesem Fall entsteht bei jedem Kauf von Fleisch ein negatives Gefühl, dass als Kognitive Dissonanz bezeichnet wird.

Wenn die Kognitiven Fähigkeiten, die wir für einen Aufgabenkomplex benötigen im Einklang miteinander sind, spricht man von Kognitiver Konsonanz. 

Zum Beispiel: Unbewusste Gedanken (wie Glaubenssätze), Wahrnehmung, Wissen und Erkenntnisse sind im Einklang um eine Aufgabe langfristig erfolgreich erledigen zu können.

Schaffen wir es langfristig in dieser Kognitiven Konsonanz zu verweilen, werden wir in diesem Bereich immer schneller Fortschritte erzielen. Anfangs erscheint es vielleicht noch so, als würde nichts funktionieren, doch ab einem gewissen Punkt geht es dann immer schneller voran. Kognitive Resonanz. Dieser Zustand sollte das Ziel in einer Kognitiven Verhaltenstherapie sein, der dazu führt, dass wir uns langfristig zum Positiven verändern.