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Soziale Phobie: Ursachen, Symptome und Behandlung der Sozialphobie

Die soziale Phobie (auch genannt Sozialphobie oder Soziale Angststörung) ist eine meistens vorübergehende Störung der psychischen Gesundheit, die sich ohne Behandlung durch Psychotherapie, professionelles Coaching oder echte, eigene persönliche Weiterentwicklung, meistens festigt und zu massiven Minderwertigkeitsgefühlen (man fühlt sich wertlos und bestätigt es sich ständig selbst) und/oder sozialer Isolation führt. Meistens braucht man mit einer sozialen Phobie professionelle Hilfe.

Im Lauf des Lebens erkranken ca. 7%-12% aller Menschen daran. Derzeit sind ca. 2%-5% von einer sozialen Phobie betroffen. In einer normalen Schulklasse befinden sich also 1, maximal 2 Menschen (von 25), die an einer Sozialphobie leiden.

Wenn es bei einer sozialen Phobie zu massiven zwischenmenschlichen, partnerschaftlichen, gesellschaftlichen, nachbarschaftlichen und beruflichen Konflikten kommt, spricht man von einer selbstunsicheren Persönlichkeitsstörung, an der ca. 1% aller Menschen erkrankt sind. In diesem Fall trauen sich Menschen nur noch ganz nahe Verwandte, wie Mutter oder Lebenspartner, anzusprechen. Zudem lassen sie sich so gut wie nie mit fremden Menschen ein und können auch in intimen Beziehungen extrem gehemmt und zurückhaltend sein.

Bei der sozialen Phobie liegen fast immer ausschließlich genetische und psychische Ursachen vor (zb. Erlebnisse in der Kindheit), weshalb Medikamente, im Gegensatz bei einer endogenen Depression, keine langfristigen Wirkungen zeigen werden. Bei der sozialen Phobie überwiegen jedoch ganz klar die psychischen Faktoren, wie negative Gedanken, Gefühle, Glaubensätze und unbewusste Konflikte.

Medikamente können kurzfristig die Symptome lindern, dauerhaft wird sich das Problem jedoch nur durch Psychotherapie und/oder Persönlichkeitsentwicklung lösen. Wird eine soziale Phobie nicht angegangen, können daraus schwere Depressiv-Verstimmungen, Depressionen, Alkoholabhängigkeiten und sozialer Rückzug resultieren.

Symptome der sozialen Phobie

Wer an einer sozialen Phobie leidet, hat starke Angst und negative Gefühle, wenn es darum geht, Aufmerksamkeit anderer Menschen auf sich zu ziehen. Das könnte zum Beispiel ein Vortrag sein. Selbst in sozialen Situationen, in denen es extrem unwahrscheinlich ist, dass man die Aufmerksamkeit von anderen Menschen auf sich zieht, wie zum Beispiel beim Ansprechen anderer Menschen, treten extrem irrationale Angstgefühle auf. Etwas seltener hat man mit einer sozialen Phobie auch Angst davor, öffentlich zu essen, öffentliche Toiletten zu nutzen oder einkaufen zu gehen.

Betroffene haben oft das Gefühl, in manchen Situationen nicht sprechen zu können. Manchmal treten die Ängste auch nur in bestimmten Situationen oder an manchen Tagen auf.

Das Kern-Problem ist jedoch, dass man sich in der Öffentlichkeit aufgrund unbewusster Gedanken schämt und Angst davor hat, als komisch betrachtet oder herabgewürdigt und bloßgestellt zu werden. Diese Gedanken laufen oft weitestgehend unbewusst und führen meist zu vegetativen Symptomen wie zum Beispiel Herzrasen, taube Beine/Unterleib, Erröten, Schwitzen, Harndrang, Bauchschmerzen und Harndrang. (bei mir persönlich war es Taube Beine und Bauchschmerzen)

Bei einer komplett unbehandelten sozialen Phobie treten die Symptome oft auch bei Verwandten und Familienangehörigen auf, die man nicht oft sieht - wie beim Onkel oder der Tante.

In manchen Fällen führt zusätzlich noch ein schwaches Selbstwertgefühl der Betroffenen dazu, dass sie es sich zusätzlich nicht Wert sind, positive Kontakte (wie zum Beispiel einen potenziellen Lebenspartner oder Freunde) in ihr Leben zu lassen. Ein schwaches Selbstbewusstsein führt zudem auch dazu, dass sie nicht wirklich wissen, welche Menschen ihnen in ihrer Entwicklung wirklich gut tun. Dieses schwache Selbstwertgefühl kann durch

  • vergangene Erfahrungen (aus der Kindheit), wie häufige Kritik
  • durch ein vorübergehendes Verlernen sozialer Kompetenzen (es ist ungewohnt mit Menschen zu reden)
  • unbewusst negative Gedanken und Gefühle in Bezug auf die eigene Person
  • negative Glaubenssätze (zb. "Menschen führen meistens Übles im Schilde.")
  • aber auch durch derzeitige Konflikte in der Lebensführung Betroffener resultieren (zb. keine Hobbies, die zu uns passen und uns unter Menschen bringen, zu wenig Selbstständigkeit im Alltag, wie zum Beispiel Entscheidungen oft anderen überlassen)

Interessanterweise tritt die Problematik oft nur in sozialen Situationen auf. Wenn man als Sozialphobiker ein Video oder Stimm-Aufnahmen anfertigt und öffentlich stellt, tritt das Problem selten auf, außer dass man sich vielleicht für sein Aussehen oder Stimme anfangs schämt. Das zeigt eindeutig, dass es sich um unbewusste Gedanken handeln muss, die in den Schlüsselsituationen ablaufen und die in einer Therapie genau untersucht und analysiert werden.

Ursachen der sozialen Phobie

Die Ursachen der sozialen Phobie ist meistens in der Kindheit zu finden, denn in den ersten 7 Lebensjahren ist das Unterbewusstsein eines Menschen weit geöffnet und nimmt unter Umstände Informationen aus der Umwelt schnell auf. Unter Umstände bedeutet, dass irgendwas emotionales passiert sein muss, wie zum Beispiel die Trennung der Eltern, ein Autounfall oder Misshandlungen im Kindergarten (zb. Erzieherin schlägt ein Kind heimlich). Ein strenger oder zu verwöhnender Erziehungsstil der Eltern verstärkt diesen Effekt und führt zusätzlich noch zu Minderwertigkeitsgefühlen.

Ab dem 7. Lebensjahr entwickelt sich langsam das Bewusstsein, das Tor zum Unterbewusstsein. Psychologen gehen davon aus, dass Denken und Fühlen des Menschen im Jugend- und Erwachsenenalter entscheidend von unbewussten Prozessen beeinflusst werden, die gerade durch diese belastenden Ereignisse in der Kindheit verändert werden können.

Durch belastende Ereignisse kommt es zu einer stärkeren Emotionalität und das Unterbewusstsein nimmt Eindrücke der Umgebung noch stärker wahr. Natürlich spielen dabei genetische Veranlagungen eine entscheidende Rolle, inwieweit diese Ereignisse und Eindrücke verarbeitet werden.

Aufgrund eines vermeidenden Verhaltens der Betroffenen, festigt sich die soziale Angst immer mehr (wird konditioniert) und wird auf diesem Weg meistens chronisch und immer schwerer behandelbar. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, gerade bei der sozialen Phobie schnell Hilfe zu holen.

Behandlung der sozialen Phobie

Aufgrund all dieser Tatsachen wird die Soziale Phobie meistens mit einer Kognitiven Verhaltenstherapie mit begleitender Exposition durch einen Psychotherapeuten oder Heilpraktiker behandelt. Bei Psychotherapeuten ist die Wartezeit oft relativ lang. Bei Heilpraktiker für Psychotherapie (in Selbstbezahlung) geht es relativ schnell.

Kognitive Verhaltenstherapie: Gedanken, Gefühle, Einstellungen, Erwartungen, Glaubenssätze, Handlungen und Gewohnheiten werden zusammen mit einem Therapeuten oder Coach besprochen, durchgearbeitet und verändert. Dazu können auch Rollenspiele und Auswertung von Video- und Ton-Material gehören. Gerade, wenn man sich für seine Stimme schämt, wie es bei mir damals der Fall war, kann das unglaublich wichtig sein.

Neben dem Erlernen von Achtsamkeit, Selbstakzeptanz und sozialen Kompetenzen ist ein weiterer Faktor sehr wichtig: Betroffenen muss vermittelt werden, dass die Überwindung einer sozialen Phobie ein Prozess ist, der mehrmals pro Woche Arbeit an der eigenen Inneren Einstellung erfordert. Im Gegensatz zu den meisten Dingen im Leben, brauchen hier erste Erfolge (zb. Bestätigung durch andere Menschen) Zeit und Durchhaltevermögen - es sei denn, die soziale Phobie ist durch Drogen, wie Cannabis, entstanden.

Exposition: Stellen von problematischen Situationen und Auswertung von Gedanken, Gefühlen, Handlungen und vegetativen (körperlichen) Symptomen.

Ich persönlich empfehle zudem noch Achtsamkeit, viele Entspannungsübungen und Hypnose durchzuführen. Wichtig ist es, zu erkennen, dass man nicht seine Gedanken ist und, dass die unbewussten Gedanken dazu führen, dass man sich in gewissen Situationen:

  • entsprechend fühlt
  • körperliche Symptome entwickelt
  • die Wahrnehmung auf das falsche lenkt
  • entsprechende Handlungen an den Tag legt.

Weiterhin kann es nicht schaden, die soziale Phobie als ein Zeichen anzusehen, Spiritualität und/oder Religion zu praktizieren. Gerade in Zeiten von Einsamkeit kann das sehr helfen und dazu führen, auch nach der Sozialphobie immer stärker zu werden und ein besseres Leben aufzubauen.